Für den ambitionierten Geflügelhalter halten wir ein breites Sortiment an Lebendtieren für Sie bereit. Auf Vorbestellung und nach Terminabsprache können Sie bei uns zwischen März und Oktober Jungtiere erwerben.

Haben Sie bereits schon Jungtiere von uns erworben, möchten wir Ihnen mit folgenden Hinweisen einen Überblick verschaffen, welche Anforderungen die heutigen Lege- und Masthybriden haben.

Flugenten:

Die Flugenten haben eine sehr langsame Jugendentwicklung und sind auch sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Kälte. Sie benötigen eine dicke und trockene Einstreuschicht im Stall, damit sie vor Auskühlung von unten geschützt werden. Wichtig ist auch die Wärme von 38 - 40 °C bis zur 5. Lebenswoche, daher muss ständig ein Wärmestrahler vorhanden sein. In den ersten Wochen sollten die Flugenten den Auslauf nur bei trockenem und schönen Wetter aufsuchen dürfen und wenn das Gras abgetrocknet ist. Wenn das weiße Federkleid sich vollständig ausgebildet hat, sind die Flugenten sehr robust und wachsen bei optimaler Fütterung sehr schnell. Bei traditioneller Fütterung muss die Ration durch Mineralstoffgemische ergänzt werden, damit keine Mangelerscheinungen  auftreten können und das Wachstum beeinträchtigt wird. Eine ausgewogene Ernährung garantiert handelsübliches pelletiertes Aufzucht- und Mastfutter. Durch Stallhaltung der Flugenten neigen diese schnell aus Langeweile zum Federfressen. Die Flugenten bekommt man in verschiedenen Farbschlägen, der weit verbreitetste Farbschlag ist aber rein weiß. Die Flugentenerpel bekommen ab der Geschlechtsreife ein rote Maske um die Augen, die mit kleinen Warzen bestückt ist, daher auch der andere Name Warzenente. Die Flugentenweibchen haben ein Ausschlachtgewicht von ca. 2 kg und die Flugerpel ca. 3,5 kg. Bei der Haltung ist darauf zu achten, dass nicht mehr Flugentenerpel als Flugenten da sind, weil die Erpel sehr aggressiv werden können und teilweise die Flugweibchen verletzten beim Tretakt.

Pekingente:

Die Pekingente braucht wie die Flugente in den ersten Lebenswochen eine Wärmequelle im Stall und sollte erst nach abtrocknen des Grases in den Auslauf. Es ist sehr wichtig bei den Pekingenten auf eine ausreichend Mineralstoffversorgung zu achten, da sie ein sehr starkes Jugendwachstum haben. Es sind unkompliziert weiße Enten mit einem gelben Schnabel, aber sollten mit 3 kg Lebendgewicht ( ca. 8./9. Lebenswoche) geschlachtet werden, da sie sonst zur Verfettung neigen. Ansonsten haben Pekingenten ein sehr zartes und geschmackvolles Fleisch.

Mularden:

Die Mularden sind ein Kreuzungsprodukt aus Flugente und Pekingente. In Deutschland kann man vorwiegend die weiblichen Tiere erwerben, seit einigen Jahren kann man auch die männlichen Tiere bekommen, da sie sonst ausschließlich für die Stopfleberproduktion in Frankreich gehalten worden sind. Die Haltung von Mularden ist so unkompliziert wie bei den Pekingenten, aber die Neigung zu Federpicken und Kannibalismus haben sie sehr von den Flugenten. Die Tiere selber sind dann bei nichtausreichender Beschäftigung sehr unruhig und haben Angst. Das Fleisch ist sehr zart und geschmacksvoll, aber nicht so fettig wie bei den Pekingenten.

Stockenten:

Die Haltung der Stockenten ist wie die der Pekingenten. Sie werden in der Regel ca. 3 kg schwer. Die Stockenten, auch Wildenten genannt, haben unterschiedliche Befiederung  zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Die weiblichen Stockenten sind eher hellbraun mit dunkelbraunen Längsstreifen und die männlichen Stockenten haben einen grünmetallischen Kopf mit gelben Schnabel und einem weißen Halsring.

Laufenten:

Auch hier ist die Haltung so unkompliziert wie bei den Pekingenten. Sie werden vorwiegend in Deutschland als „Schneckenjäger“ gehalten, brauchen dazu jedoch ausreichend Wasser. Die Laufenten gibt es in den verschiedensten Farbschlägen von wildfarben über weiß bis schwarz. Sie haben diesen typisch aufrechten Gang und werden so schwer wie die Stockenten.

Gänse:

Die Gänse sind in den ersten 5 Lebenswochen auch sehr empfindlich gegenüber Kälte und Nässe, darum brauchen sie einen trockenen Stall mit einer Wärmequelle zum Aufwärmen und Trocknen. Gössel dürfen nur bei schönem Wetter und trockenem Gras in den Auslauf. Werden die Gössel einmal nass müssen sie sofort unter eine Wärmequelle im trockenen Stall, sonst droht Unterkühlung. Sobald die Gänse ihr vollständiges Gefieder ausgebildet haben, sind sie sehr robust und unempfindlich gegenüber Kälte und Nässe. In den ersten 10 Lebenswochen sollten die Gänse handelsübliches Aufzuchtfutter in freien Aufnahme (d. h. soviel die Tiere fressen wollen) zur Verfügung gestellt bekommen, um das intensive Wachstum zu unterstützen. Erst danach kann man abends eine Getreideration anbieten, wenn genügend Weidefläche mit Aufwuchs vorhanden ist. Die Gänse haben ein Ausschlachtgewicht zwischen 3,5 bis 8 kg, je nach Rasse, Geschlecht und Haltungsdauer. Die meisten Gänse sind Kreuzungen aus verschiedensten Rassen und vorwiegend in den Farben weiß und grau zu bekommen.

Legehennen:

Die Legehennen der verschiedensten Farben, die wir im Angebot haben, sind ausschließlich Hybrid- bzw. Kreuzungstiere und somit keine reinrassigen Tiere. Unter optimaler Haltung und Fütterung können sie eine sehr hohe Legeleistung erreichen, worauf sie auch gezüchtet worden sind. All diese Legehennen werden im Stall aufgezogen ohne Auslauf und Grünfutter. Sie bekommen ein fertiges Mischfutter vorgelegt, was zum optimalen Wachstum beiträgt. Ab den 1.1.2015 ist es auch hier verboten die Oberschnäbel zu stutzen, bzw. gestutzte Tiere an den Kleintierhalter zu verkaufen. Laut seuchenhygienischer Vorschrift müssen neu zugekaufte Junghennen getrennt von Althennen eingestallt werden. Um den Junghennen den Umzugsstress und damit Legeausfall zu minimieren, sollt man Legehennenalleinfutter (nicht als Pelletts) anbieten. Als Beschäftigung kann man täglich eine Ration Weizen in die Einstreu werfen. Bei guter Witterung kann man die Junghennen dann langsam an den Auslauf gewöhnen und die Fütterung kann nach und nach an traditionelle Fütterung umgestellt werden. Später als Mitte September sollten keine Junghennen zugekauft werden, da die Tiere aus warmen Aufzuchtsställen kommen und die Tage immer kürzer werden, kommen die Junghennen nur schlecht ins Legen. Um Krankheiten vorzubeugen sollten Hennen bei schlechten Wetter z. B. Regen, Sturm, Schnee oder Frost gar keinen Auslauf haben. Hier ist es ratsam einen großen Stall zu haben und eventuell einen überdachten Scharraum anzubieten. Es muss in der kalten Jahreszeit darauf geachtet werden, dass die Stalltemperatur nicht zu niedrig ist, aber trotzdem gute Luft (keine Zugluft)im Stall herrscht. Damit auch im Winter eine gute Legeleistung von den Hennen erbracht wird, kann man mit einer Lampe und einer Schaltuhr den Tag auf 14-16 Stunden verlängern.

Die Hennen haben entsprechend der veterinärmedizinischen Vorschriften einen sehr umfangreichen Impfschutz erhalten. Wenn die zugekauften Hennen länger als ein Jahr in ihrem Bestand sind, sind sie verpflichtet die „ND“ Geflügelpestimpfung durch ihren zuständigen Tierarzt jährlich nachimpfen zu lassen. Ratsam ist es jährlich mit allen Tieren eine Wurmkur durchzuführen, vor allem vor dem Zukauf neuer Tiere. Ihr Tierarzt steht ihnen bei Fragen immer zur Seite und hat sichere, preiswerte Mittel im Bestand, die sich durch eine viel bessere Legeleistung schnell bezahlt machen.

Perlhühner:

Die Haltung ist so wie bei den Legehennen. Es ist aber darauf zu achten, dass die Perlhühner sehr gut fliegen und sehr laut sein können. Das männliche Perlhuhn kann man nur unterscheiden zum weiblichen, dass der „Helmzapfen“ größer und senkrechter ist. Die weiblichen Perlhühner sind etwas leichter und der „Helmzapfen“ geht mehr nach hinten.

Wachteln:

Die Wachteln sind auch sehr unkompliziert zu halten. Sie können spezielles Wachtelfutter füttern oder auch Legehennenfutter mit etwas Weizen gemischt. Wachteln brauchen eine Stalltemperatur von mindestens 15 Grad um Eier zu legen. Sie benötigen dabei kein Nest wie Legehennen, sondern legen die Eier meist verstreut in die Einstreu. Es sollte hier sehr auf Beschäftigung geachtet werden und genug Rückzugsmöglichkeiten, sonst entsteht sehr leicht Kannibalismus. Wenn neue Tiere in eine bestehende Gruppe integriert werden sollen, ist es ratsam den Tieren einen gleichen Geruch zu verleihen. Dieses kann man mit z.B. handelsüblichen Doe machen, muss aber darauf achten das es nicht ins Gesicht der Wachteln gelangt gelangt.

Allgemeines zum Kauf von Jungtieren:

Die neu zugekauften Jungtiere sind mindestens 3 Wochen getrennt von vorhandenen Tieren zu halten. Der Stall ist im Vorfeld gründlich zu reinigen und zu desinfizieren (nicht nur kalken) und die Schädlingsbekämpfung sollte nicht vergessen werden. Zum Einstreuen der Ställe eignen sich Hobelspäne und Häcksel viel besser als Stroh und Heu. Die Futtertröge und Tränkgefäße sind täglich zu reinigen und etwas erhöht im Stall aufzustellen, damit die Tiere nicht unbedingt in die Gefäße hineintreten und diese verschmutzen können.

Ab den 1.1.2015 ist es gesetzlich Verboten den Tieren die Schnäbel zu kupieren. Es sollte daher vermehrt darauf geachtet werden, dass die Tiere viel Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten haben, damit kein Federpicken und Kannibalismus entsteht.

Der Käufer muss sich bei Übergabe des Tieres persönlich von dem Zustand des Tieres überzeugen. Reklamationen können nur innerhalb von 48 Stunden nach Erwerb der Tiere und ordnungsgemäßer Behandlung entsprechend der Haltungsvorschriften anerkannt werden. Bei Verendung eines Tieres ist dieses mitzubringen, sonst kann kein Umtausch erfolgen. Auf Leistung, z.B. Legeleistung und Wachstum, gibt es keine Garantie.